Persönlichkeiten, die Erfurter Bergbaugeschichte schrieben

    (Fortsetzung zur Salzgewinnungstradition)

    In Erfurt bekannte Namen wie Dalberg und Trommsdorff sind ebenfalls auf die Historie der Salzgewinnung zurückzuführen. Hier legen Straßennamen Zeugnis über deren Bedeutung für die Stadtentwicklung ab. 

    Wer also waren die so wichtigen Persönlichkeiten?

    Wilhelm Bernhard Trommsdorff (1738–1782) besuchte in Erfurt die Kaufmännerschule und das Evangelische Ratsgymnasium. Im Jahr 1756 ließ er sich an der Hohen Schule, der heutigen Universität Erfurt, immatrikulieren. Anschließend setzte er sein Medizinstudium an der Universität Göttingen fort.

    Trommsdorff übernahm nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1768 dessen Apotheke in Erfurt. Da er aber später durch seine Tätigkeit als Leibarzt des kurmainzischen Statthalters Erfurts Karl Theodor von Dalberg sowie als Allgemeinmediziner und Hochschullehrer über Gebühr in Anspruch genommen wurde, übertrug er die Leitung der Apotheke Provisoren. * Wikipedia

    Trommsdorff war ebenso wie Prof. Hadelich an den wissenschaftlichen Untersuchungen der Stotternheimer Salzquellen beteiligt. Schon seit 1767 war Trommsdorff Mitglied der Erfurter Akademie, seit 1768 Professor der Medizin und der Chemie an der Universität Erfurt. 

    Carl Theodor Anton Maria Freiherr von und zu Dalberg (1744 bis 1817) war ein deutscher Staatsmann und Kirchenfürst. Er war Kurmainzischer Statthalter in Erfurt, zudem Mitglied und Förderer zahlreicher wissenschaftlicher Akademien, so auch der „Akademie Nützlicher Wissenschaften zu Erfurt“, ebenso o.g. Prof. Hadelich. Dieser fasst 1778 alle Aktivitäten zur Untersuchung der Stotternheimer Salzquelle von 1175 und 1776 zusammen. Auf dieser Basis wurde die Errichtung der Saline in Stotternheim seinerzeit befördert. 

    Carl Christian Friedrich Glenck (1751 – 1801) verlegte nach seiner erfolgreichen Suche nach Salzlagerstätten in Süddeutschland seine Aktivitäten in die Mitte des Landes. Goethe setzte große Hoffnungen in Glencks Arbeit. Dieser vertiefte im Zeitraum 1825/26 die bereits vorhandene Bohrung  in Louisenhall auf 184 Meter. Drei Jahre später gelang dem als „Napoleon der Bohrmeister“ bekannte Carl Gotthelf Kind schließlich die Vertiefung bis auf 337 Meter, die damals tiefste Bohrung der Welt. Der Salzgehalt reichte aus, um eine Saline errichten zu können. Glencks Schaffen hatte nachhaltige Auswirkungen auf das Bohrwesen in Deutschland.  

    Autor: B. Köhler

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