Dieses Jahr ist ein „Riethschleuder“ -Jubiläumsjahr

    50 Jahre ist es her, dass die Erfurter S-Bahn, gern als „Riethschleuder“ betitelt, ihre erste Fahrt unternahm. In der damaligen Tageszeitung „Das Volk“ vom 17.4.1976 schrieb man dazu:

    „Jungfernfahrt bereits nach 90 Tagen“

    Abnahme der Strecke zwischen Berliner Straße und Nordbahnhof

    „Damit haben Bauarbeiter, Signal- und Fernmeldetechniker und Stahlbauer termingerecht für die Voraussetzungen für die Aufnahme des Personenverkehrs am 13. Mai geschaffen und ihre Verpflichtung zu Ehren des IX. Parteitages der SED erfüllt.“

    Bauarbeiter eines Feierabendkollektivs aus dem Straßen- und Tiefbaukombionat errichteten bis Mitte März am Bahnhof Erfurt-Nord ein neues Relaisgebäude.“ 

    „Ein Glanzstück vollbrachten auch die Arbeiter des VEB Erdbau, die von diesem Gebäude aus bei vollem Fahrbetrieb quer über die gesamte Bahndammbreite eine Kabeltrasse unter den Gleisen fertigstellten. Auch die involvierten Brigaden der Bezirksdirektion Straßenwesen, die Kollektive der Starkstrommeisterie, der Signal- und Fernmeldemeisterei und der Bahnmeisterei der Deutschen Reichsbahn erhielten vollmundiges Lob, ebenso die Tiefbauarbeiter des STK, des VEB Stahl- und Fahrzeugbau, des Bau- und Reparaturkombinats, auch die Projektanten der Reichsbahn, die Arbeiter der Kommunalen Einrichtung Stadtbeleuchtung, das Bauleitungskollektiv der Stadtdirektion Straßenwesen.

    So war das damals: Viele Lob für die Arbeiter und Handwerker und ein Hoch auf den Parteitag der SED. 

    „Am Vorabend des IX. Parteitages der SED eröffnet die Deutsche Reichsbahn in Abstimmung mit dem Rat der Stadt Erfurt zur Entlastung der innerstädtischen Verkehrsmittel die Eisenbahnstrecke Erfurt Hbf – Erfurt-Nord – Berliner Straße für den durchgehenden Personenverkehr. Damit wird den Bewohnern der Neubaugebiete Rieth und Nordhäuser Straße eine leistungsfähige Direktverbindung zu den Industriebetrieben im Einzugsbereich des Bahnhofes Erfurt-Nord sowie zum Hauptbahnhof mit dem angrenzenden Stadtzentrum angeboten.

    Die neue Fahrverbindung ist mit 13 Minuten Fahrzeit die zweitgünstigste Verbindung zwischen Erfurt Berliner Straße  und Erfurt Nord bzw. Hauptbahnhof. Vom Bahnhof Erfurt-Nord sind VEB Reparaturwerk Clara Zetkin – VEB Kombinat Umformtechnik, VEB Starkstromanlagenbau direkt zu erreichen.“, hieß es in einer Sonderausgabe des Informationsblattes der Stadt 1976.

    Nur 19 Jahre (1976 bis 1995) bestand die Schnellverbindung zwischen den Wohngebieten des Erfurter Nordens, zu den Industriebetrieben und zum Hauptbahnhof. Straßenbahn und Busse konnten die hohen Fahrgastzahlen im Berufsverkehr kaum noch bewältigen. Doppelstockwagons mit Dieselloks kamen hier zum Einsatz. 17 Mal pro Tag verkehrten sie.

    Heute wird das Areal zum die Haltestelle Györer Straße renaturiert, zu einem Refugium für die Freizeitgestaltung der Menschen und ebenso für Pflanzen und Tiere (Wohnblog Erfurt Nord berichtete bereits je nach Projektfortschritt.) 

    Fortsetzung folgt

    Autor: B. Köhler, Fotos: Stadtarchiv Erfurt

    egapark erfurt

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