
Trauriges Ereignis im Zoo
Das älteste Katta-Weibchen im Zoo ist am 17. April verstorben im hohen Alter von 28 Jahren. Aufgrund altersbedingter Leiden wurde sie eingeschläfert. Ihr Tod hinterlässt eine Lücke, vor allem beim Tierpflegerteam, das sie über viele Jahre begleitet hat. Katta-Weibchen Viola wurde am 8. März 1998 geboren und zog im Jahr 2012 gemeinsam mit ihren beiden Töchtern aus Münster nach Erfurt, als der Lemurenwald im Zoopark eröffnet wurde. In ihrer neuen Gruppe nahm sie schnell eine besondere Rolle ein: Sie etablierte sich als ranghöchstes Tier und führte die Katta-Familie über viele Jahre hinweg.
Kattas (Ringelschwanzlemuren) leben in sogenannten matriarchalen Sozialverbänden. Das bedeutet, dass die Weibchen das Sagen haben. Ranghohe Weibchen entscheiden über wichtige Dinge wie Zugang zu Futter, Ruheplätzen oder die Bewegungsrichtung der Gruppe. Diese Rangordnung wird durch soziale Interaktionen und gelegentliche Rangkämpfe gefestigt. „Viola war über viele Jahre eine souveräne Chefin“, berichtet Tierpflegerin Heike Hofmann, Leiterin des Affenbereichs, die die Tiere genau kennt.
Mit zunehmendem Alter wurde Viola schließlich von ihrer Tochter Kalima als Anführerin abgelöst, ein natürlicher Prozess bei Kattas. Anders als bei vielen anderen Tierarten bleibt die Rangordnung bei Lemuren flexibel: Ältere Weibchen verlieren zwar häufig ihre Führungsposition, werden aber nicht zwangsläufig aus der Gruppe verdrängt. Stattdessen behalten sie ihren Platz im Sozialgefüge und übernehmen oft wichtige Aufgaben, etwa bei der Betreuung und Aufzucht von Jungtieren. Auch Viola blieb bis fast zuletzt ein akzeptiertes Mitglied ihrer Gruppe. Sie kümmerte sich intensiv um ihren Nachwuchs und später um deren Nachzuchten. Insgesamt brachte sie drei eigene Jungtiere zur Welt und hat 24 weitere Jungtiere mit betreut.
Für viele Besucher war Viola zudem leicht zu erkennen: Ihr angeknabbertes Ohr machte sie unverwechselbar und hob sie optisch von den anderen Tieren ab.
Quelle und Foto: Thüringer Zoopark Erfurt

