Ehemalige „Riethschleuder“-Haltestelle wird Park

    Die ehemalige Haltestelle der „Riethschleuder“ in der Györer Straße und der sie und die alten Gleisanlagen umgebende Grünstreifen soll sich zu einem Erholungs- und Freizeitbereich für die Menschen und zu einem naturnahen Refugium für Pflanzen und Tiere entwickeln. Dabei gilt es, sensibel das Vorhandene mit dem Künftigen zu verbinden.

    Die letzte Stadtteilkonferenz im Rieth nahm dieses Projekt zum Anlass, um die bisherigen Etappen den interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu skizzieren, den Siegerentwurf des studentischen Wettbewerbes vorzustellen und die nächsten Schritte zu erörtern. 

    2019 waren die ersten Voruntersuchungen beantragt worden, die dann 2021 vorgenommen wurden. 2023 wurde dann das Hauptvorhaben beantragt und seit 2024 bis letztes Jahr hinein lief der studentische Ideenwettbewerb mit wissenschaftlicher Begleitung. 

    Parallel dazu wurden bereits vorbereitende Maßnahmen zur Umsetzung getroffen. Anfang März 2025 wurden Bäume entsprechend vorbehandelt, um künftig eine größere Artenvielfalt zu ermöglichen. (wohnblog Erfurt Nord berichtete detailliert dazu.). Zudem wurden Betonpfeiler und Metallstäbe entfern und viele Container Müll aus dem gesamten Areal entfernt. 

    Der Siegerentwurf hat die Zielstellungen in den verschiedenen Kategorien am besten erfüllt: Natur- und Artenschutz, Umgang mit dem Bestand, Bildung für nachhaltige Entwicklung und ein pädagogisches Konzept waren gefordert, ebenso wurde die Qualität der Gestaltung in Bezug auf eine Anbindung an bestehende Wege, die Einbeziehung des Gebäudebestandes und eine Auswahl zielgruppengerechter Angebote in die Bewertung mit einbezogen. Eine Jury und auch die Bürger konnten darüber abstimmen. Der „Schlau-und-stark-Park“ erhielt die Trophäe – seine Schöpferinnen sind Anna-Lena Tetschner, Sophia Herre und Marika Zapp.

    Und das sind die wesentlichen Inhalte des Siegerkonzeptes:

    • Natur erleben: 

    Kinder und Familien tauchen direkt in die Natur ein. Der vorhandene Baumbestand, der Lebensraum des Grünspechts und die insektenreiche Umgebung machen die biologische Vielfalt erlebbar. Die Gestaltung verzichtet bewusst auf versiegelte Flächen und invasive Bauprojekte. Stattdessen wird Bestehendes ökologisch aufgewertet. 

    • Wissen entdecken: 

    Lerntafeln geben altersgerechte Impulse, stellen Fragen und regen zum Mitmachen an. Spielerische Aufgaben sorgen dafür, dass Wissen „hängen“ bleibt.

    • Bewegung integrieren: 

    Ein Erlebnispfad soll geschaffen werden, der Bewegungen wie Balancieren, Springen, Klettern integriert, wird mit kognitivem Lernen verknüpft.

    • Förderung ökologischer Kompetenz:

    Kinder lernen ökologische Zusammenhänge am konkreten Beispiel kennen. Sie verstehen, wie Artenvielfalt funktioniert und warum sie wichtig ist. 

    • Stärkung sozialer Kompetenz: 

    Gemeinsame Aktivitäten auf dem Pfad oder im Park fördern Teamgeist, Kommunikation und Rücksichtnahme. Auch wird Familienzeit draußen verbracht: Eltern und Kinder erleben Natur und Sport gemeinsam.

    • Gesundheit 

    Die Kombination aus Bewegung, Natur und Wissen stärkt körperliche und psychische Gesundheit, Bewegungs- und Koordinationsfähigkeit wird gefördert.

    Die Ideen werden auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft und von einem Planungsbüro weiterentwickelt. 

    In den nächsten Wochen soll der Bahnsteig in Angriff genommen werden, die Wege im Frühjahr. Bis Ende 2027 wird das Vorhaben umgesetzt sein.

    Autor: B. Köhler, 

    Quelle Zeichnung: Siegerentwurf von  Anna-Lena Tetschner, Sophia Herre und Marika Zapp

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