‚Schwimmerinnen‘ werden restauriert und erhalten eine sichere Verankerung

Am Berliner Platz schreiten die Straßenbauarbeiten weiter voran. Parallel dazu werden die für das Straßenbild so prägenden Bronzeskulpturen, die vordem auf den Hochbeeten positioniert waren, umfassend restauriert. In wenigen Wochen sollen einige von ihnen bereits ihre neuen Positionen einnehmen und wieder von allen Passanten betrachtet werden können.

Die drei kleineren Figuren: ‚Lesender‘, ‚Kaffeetrinkerin‘ und ‚Flora‘, erschaffen vom Bildhauer Martin Wetzel aus Halle, sind bereits fertig gestellt. Die Schwimmerinnen, die zum Brunnen gehören, werden zurzeit überarbeitet. Eine hoch spezialisierte Werkstatt in Meerane restauriert alle Figuren in einem aufwändigen Verfahren. Die Oberfläche der Bronzefiguren ist nach den Jahrzehnten stumpf und porös. Saure Salzablagerungen bilden eine grünlich-bräunliche Patina. Im Zusammenspiel mit Nässe durch Regen setzt sich die Oxydation weiter ins Innere fort und würde letztlich zum Verfall führen. Die Patina als solche wird durch die Restauratoren nicht entfernt, aber die schädlichen Salze herausgezogen. Das geschieht durch mehrfache Waschungen mit heißem, destillierten Wasser. Der Prozess wird – je nach Zustand der Figur – so lange wiederholt, bis die Oberfläche eine chemisch neutrale Reaktion zeigt, sprich das zerstörerische Salz vollständig entfernt ist.

Bei den Schwimmerinnen kommt hinzu, dass sie eine neue Befestigung benötigen. Dabei wird gerade die Statik der neuen Befestigung berechnet. Die alte Befestigung, von der die Skulptur wegen des Transports getrennt werden musste und die nur aus einfachem Baustahl bestand kann so nicht wieder verwendet werden. Jetzt wird eine neue Aufnahmekonstruktion Anwendung finden, die sämtliche Schnee-, Wind-und sonstige Lasten berücksichtigt und die zudem geeignet ist, im feuchten Medium eingesetzt zu werden. Denn künftig wird die Skulptur mitten im Brunnen befestigt und die Befestigung muss gegen Korrosion geschützt werden. Darüber hinaus muss das Kunstwerk leicht zu montieren bzw. zu demontieren sein. Auch konstruktive Erfordernisse sind zu berücksichtigen, z.B. sollen die Ablauföffnungen im Wasserbecken, die sich direkt unter den Figuren befinden, zugänglich bleiben. Und schließlich braucht auch der ausführende Tiefbaubetrieb die Angaben wie die Fundamente zu errichten sind. Alles in allem wird es eine sehr sichere Konstruktion, die all diesen Anforderungen gerecht wird, erklärt uns der Diplomrestaurator Ulrich Weidauer.

Wir bleiben gespannt und werden beim Aufstellen der Skulpturen vor Ort sein.

Autor: B. Köhler   Fotos: S. Forberg

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