Technisch und ästhetisch top: Die Karlsbrücke ist grundhaft saniert

Rund 15 Monate hat die Komplettsanierung der Karlsbrücke in Anspruch genommen. Jetzt erstrahlt das mehr als 100 Jahre alte Bauwerk nicht nur in neuem Glanz, sondern erfüllt auch technisch alle Anforderungen, die der moderne Straßenverkehr erfordert. Für den ist sie im Übrigen noch nicht freigegeben, weil die Arbeiten am Regenüberlaufbecken noch nicht abgeschlossen sind.

Die 1911 errichtete Bogenbrücke ist jetzt mit einem neuen Geländer ausgestattet, das optisch das vormalige Jugendstilgeländer adaptiert. Es hat jetzt die vorgeschriebene Höhe. Der Brückenbogen hat einen Anstrich erhalten, die Jugendstilleuchten waren erst vor rund 15 Jahren erneuert worden und sind erhalten geblieben. Die Natursteinverblendung ist restauriert worden.

Den größten Aufwand allerdings verursachte die technische und statische Ertüchtigung der Brücke. Sie wurde vollständig vom alten Straßenbelag und allen darunter liegenden Materialschichten befreit, lediglich die Seitenwände blieben stehen. Der Brückenbogen ist eine selbsttragende Konstruktion, die alle Einwirkungen als Drucklasten über die sog. Kämpfer (Widerlager am jeweiligen Bogenende) ins Erdreich abträgt.
Er wurde einst aus sog. Stampfbeton errichtet, enthält also keine Eisen- oder Stahlelemente. Braucht er auch nicht, denn es wirken in der Bogenkonstruktion ausschließlich Druck- und keine Zugkräfte. Die dadurch entbehrlichen Stahleinlagen sind langfristig in Brückenkonstruktionen auch immer wieder Schwachstellen.
Auf den Brückenbogen wurde in einem nächsten Schritt Leichtbeton aufgetragen. Der ist in sich sehr stabil und – wie der Name schon vermuten lässt – besonders leicht und bringt nur eine vergleichsweise geringe Last auf den Brückenbogen. Er bildet eine tragfähige Ebene für den Fahrbahnaufbau. Die oberste Schicht für den Straßenbereich der Brücke ist Bitumen, der Fußweg wurde mit Granit-Mosaik-Pflaster belegt.

Noch bis zum Ende des Jahres dauern die angrenzenden Baumaßnahmen in diesem Bereich an.

Autor: B. Köhler     Foto/Grafik historisch: Stadtarchiv Erfurt      Fotos aktuell: S. Forberg