Der Marbach wird frei- und ein Teich angelegt
Gleise und Bahnsteige der Riethschleuder verschwinden

Entlang der Straße der Nationen, dort, wo einst die Riethschleuder zu Stoßzeiten die Beschäftigten in die großen Betriebe des Erfurter Nordens brachte, lagen seit Jahrzehnten verwaist noch ihre Gleise. Rechts und links der Gleisanlagen mitsamt den Bahnsteigen wucherte Gesträuch. Unter den Gleisen, zumindest teilweise, fließt der Marbach in Betonröhren.

Das gesamte Areal soll grundhaft verändert, der Marbach wieder freigelegt und an seinem Ende in die Gera eingeleitet werden. Dazu wurden bereits die Flächen vom wild wuchernden Gesträuch befreit, die Bäume aber erhalten und geschützt, damit ihnen bei den Bauarbeiten nichts passiert. Das neue Fluss- bzw. Bachbett wird auf einer Länge von ca. 1.300 Metern zwischen acht und 20 Metern Breite aufweisen. Auch soll künftig Oberflächenwasser von angrenzenden Straßen – also Regenwasser, das nicht versickern kann – in den Bach geleitet werden.

An den Ufern werden zusätzlich Weiden und Erlen gepflanzt und Wiesen angelegt. Bänke sollen Spaziergänger zum Verweilen einladen. Zudem ist eine neue Fußgängerbrücke über die Straße der Nationen geplant.

Das Wasser des Marbaches soll künftig ein Schauwasserkraftwerk antreiben, das am Rande der geplanten Geraterrassen, rund 500 Meter von der Gera entfernt, Öko-Strom erzeugen wird. Das Brauchwasser soll landwirtschaftlichen Betrieben zur Verfügung gestellt werden.
Auf der Grünfläche, die sich vom Mühlgraben bis zu den Häusern in der Moskauer Straße befindet, soll ein Teich entstehen mit einer Größe von ca. 10.000 Quadratmetern – 200 Meter in der Länge und 70 Meter in der Breite soll seine Ausdehnung umfassen. Bis zu 2,20 Meter tief soll er werden.
Zunächst für die Dauer der Bundesgartenschau 2021 soll dort ein Café betrieben werden.

Die Bauarbeiten am Teich beginnen im Mai. 80 Prozent der Kosten werden über Fördermittel finanziert. Die Renaturierung des Marbaches schlägt mit ca. 1,9 Millionen Euro zu Buche und wird mit bis zu 85 Prozent gefördert.

Autor: B. Köhler    Fotos: S. Forberg