Exotische wie heimische Vögel durch Wildfang bedroht

Eine Ausstellung macht aktuell auf die Bedrohung von Singvögeln in heimischen wie in fernöstlichen Wäldern aufmerksam. Unter anderem die Vogelarten Java-Buschelster, Niasbeo oder Balistar, aber auch viele andere Singvögel werden in Asien zu Millionen für den Heimtiermarkt gefangen. Ganze Wälder bzw. Inseln sind bereits wie leergefegt. Ohne den Gesang der Vögel schweigen die Wälder. Das thematisiert die Ausstellung. Sie gibt zudem Einblicke in das Brauchtum rund um die Vogelhaltung in Asien und legt die Gründe für die jetzige Situation dar.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung, dass illegaler Vogelfang kein rein asiatisches, sondern ein internationales Problem ist, denn auch in Europa wird Jagd auf Singvögel gemacht. So werden in südeuropäischen Ländern wie Frankreich und Malta jedes Jahr Millionen von Zugvögeln erlegt, was gegen geltendes EU-Recht verstößt. Für viele Arten ist die Anzahl der erbeuteten Vögel existenzbedrohend. Auch in Deutschland und insbesondere im Thüringer Wald werden Singvögel illegal gefangen, in winzigen Käfigen gehalten und schließlich verkauft.

Die Zoos in Europa und lokale Verbände haben einen Aktionsplan gefasst, um die letzten Vögel ihrer Art zu retten und ihre Lebensräume zu sichern. Die ‚Silent-Forest‘-Kampagne der Europäischen Zoovereinigung EAZA macht auf das Schweigen der Wälder aufmerksam und sammelt Gelder für den Aufbau von Auffangstationen, für Schutzprojekte und die Aufklärung der Bevölkerung.

Die Sonderausstellung ist täglich im Nashornhaus und im alten Elefantenhaus zu sehen. Zu verschiedenen Zoo-Veranstaltungen wie z.B. dem Zooparkfest am 05. Mai 2019 sind weitere Aktionen geplant, um die ‚Silent Forest‘-Kampagne zu unterstützen.

Autor: B. Köhler   Foto: Thüringer Zoopark Erfurt