Das Vilnius –Zentrum im Rieth

Das Rieth hat im vergangenen Jahr seinen ‚Brunnen der Völkerfreundschaft‘ in neuer, zeitgemäßer Form zurückbekommen. Der Platz der Völkerfreundschaft ist grundhaft saniert und sehr schön geworden. Noch wird diskutiert, was aus dem benachbarten, derzeit unansehnlichen Vilniusbrunnen in der gleichnamigen Passage werden soll. Erste Pläne gibt es und die Stadt ist in einen Dialog dazu mit den Riethbewohnern getreten. Das Vilnius war und ist ein wichtiges Zentrum im Rieth. Wir haben von unserem Leser Diethelm Büßer ein historisches Foto zur Verfügung gestellt bekommen, dass die Vilniuspassage in den 1970er Jahren zeigt. Der Gebäudekomplex umfasste damals die Schülergaststätte (den legendären „Tausendmannsaal“ mit der inzwischen längst abgerissenen imposanten Freitreppe), die Gaststätte „Stadt Vilnius“, Arztpraxen als Teil der Poliklinik Nord, eine Bibliothek u.a.m.

Das ist „Reineckes Hof“ – direkt an der Nordhäuser Straße

Kaum jemand kennt noch den Namen „Reineckes Hof“, der sowohl ein kleines Wohngebiet an der Nordhäuser Straße als auch eine ehemalige Gaststätte bezeichnete. Wir haben von einem unserer Leser eine historische Postkarte erhalten, die die Gaststätte in den 1970er Jahren zeigt. Heute ist das Gebäude ein Wohnhaus.

Eine der wichtigsten Verkehrsadern Erfurts ist die Hannoversche Straße bzw. B4. Aus Richtung Nordhausen fahren hier tagtäglich unzählige Pendler nach Erfurt und zurück.

Nicht neu, trotzdem gut

Erfurts ältestes Neubaugebiet ist mehr als 50 Jahre alt. Der Johannesplatz gehört noch heute zu den beliebten Wohnlagen, auch wenn die Infrastruktur nicht mehr in dem Maße vorhanden ist wie bei seiner Errichtung. Dennoch macht die Nähe zur Magdeburger Allee die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten am Johannesplatz mehr als wett.

Johannesplatz 1972

Interessante Stadtgeschichte:
Der Johannesplatz war Erfurts erstes Neubaugebiet

Der Name leitet sich von der Lage in der Johannesflur ab, die ihren Namen von der innerstädtischen Johanneskirche und damit vom heiligen Johannes erhalten hat.

Freiraum am Moskauer Platz

Es ist noch nicht so lange her, dass in Erfurt Wohnungen leer standen. Die Demografen hatten sich wohl verschätzt als sie Erfurt immer weiteren Rückgang der Einwohnerzahlen prognostizierten. Womit sie nicht rechnen konnten: Erfurt war und ist eine sog. ‚Schwarmstadt’ geworden, heißt insbesondere junge Leute siedeln sich an, weil die Lebensverhältnisse sehr gut sind. Jetzt werden verstärkt wieder Wohnungen gebaut, in der Innenstadt und auch bei uns im Erfurter Norden.

Viel Grün verwandelt Straßenbild

Anfang der Siebziger entstanden: Die Gebäude der Lowetscher Straße. Beim Einzug der Mieter waren die Außenanlagen, die hier akkurat angelegt sind, noch nicht fertiggestellt. Heute hat sich das Areal sehr verändert.

Der Johannesplatz war Erfurts erstes Neubaugebiet

Der Name leitet sich von der Lage in der Johannesflur ab, die ihren Namen von der innerstädtischen Johanneskirche und damit vom heiligen Johannes erhalten hat.

Der Johannesplatz existierte seit der napoleonischen Zeit und diente als Lager- und Exerzierplatz. Nach preußischen und französischen Truppen lebten dort im Ersten Weltkrieg Kriegsgefangene. Später wurden die Baracken zu Notstandswohnungen umfunktioniert und schließlich 1951 abgerissen.

Vor Jahrzehnten …

sah es so am Moskauer Platz in den 90er Jahren aus. Erfurt wuchs nach Norden: Zuerst am Johannesplatz, der im vergangenen Jahr 50 Jahre alt wurde, später bis nach Gispersleben.

Anfang der 90er Jahre …

… sah es so am Roten Berg aus. Zwischen 1977 bis 1982 entstand das Wohngebiet. Die 234 Meter über NN reichende Erhebung “Roter Berg“ gab dem Wohngebiet seinen Namen.

Der Moskauer Platz in seiner Entstehung

In den 80er Jahren wurde das größte Neubaugebiet Erfurts errichtet – der Moskauer Platz. Mit 337 Gebäuden und mehr als 5.000 Wohnungen ist er rund 8.000 Menschen eine Heimat, früher lebten hier rund 15.000 Menschen. Wohnscheiben und Punkthochhäuser wechseln sich mit Fünfgeschossern ab.

Damals – Der Moskauer Platz

Ddurch die Zeit zurückgereist, lassen wir den Blick schweifen. Das Kultur- und Freizeitzentrum Moskauer Platz ist im Bau und die Kaufhalle ist schon eröffnet. Hinter dem Kultur- und Freizeitzentrum sind noch Felder zu sehen. An dieser Stelle befindet sich heute der Thüringen-Park.  

Der O-Bus

Wer kennt ihn noch im Stadtbild Erfurts – den O-Bus, ausführlich: Oberleitungsbus? Der fuhr ähnlich wie Straßenbahnen mit Strom aus der Leitung oberhalb der Linienführung, nur eben nicht auf Schienen. Er wurde nicht von einem Verbrennungsmotor, sondern von einem oder mehreren Elektromotoren angetrieben. Seinen Fahrstrom bezog er aus über der Fahrbahn gespannten Oberleitungen.

Entlang der Nordhäuser Straße

So sah es aus, als die Punkthochhäuser noch nicht standen und die Garagen sich noch im Bau befanden entlang der Nordhäuser Straße. Aus der entgegengesetzten Richtung und von einem dieser Punkthochhäuser haben wir das gleiche Areal fotografiert.

Der Rote Berg von oben

Erfurts erster Flugplatz und der Thüringer Zoopark

Die 234 Meter über NN reichende Erhebung Roter Berg gab dem Wohngebiet seinen Namen. Der Name ist auf die charakteristische Gesteinsfarbe, die rötlichbraun, aber auch grau und grünlich schimmert, zurückzuführen.

So entstand der Johannesplatz

Gestern haben wir über die Integrierte Gesamtschule (IGS) am Johannesplatz berichtet, früher POS 37.

1978/79 gebaut, heute saniert

Gestern haben wir berichtet über die akribische Sanierung des Wohngebäudes Karl-Reimann-Ring 6. Auf den historischen Fotos sieht man das Gebäude aus zwei verschiedenen Perspektiven als es ganz neu war. Die Außenanlagen sind damals noch nicht gestaltet. Dort, wo heute hohe, Schatten spendende Bäume stehen, fehlte es noch an Grün.

Punkthochhäuser noch nicht errichtet

Im Vordergrund des Fotos sind die Gleise der ‚Riethschleuder zu sehen – eine Art S-Bahn-Verbindung, die in den Hauptzeiten vor allem den Werktätigen zur Verfügung gestellt worden war. Die Linie verlief vom Haupt- bis zum Nordbahnhof, zweigte nach Westen ab und nutzte die Trasse der ehemaligen Kleinbahn Erfurt-Nottleben, um die Neubaugebiete im Norden Erfurts zu erreichen.

Das ‚KUFZ’ in seiner Entstehung

Vom ehemaligen Kultur- und Freizeitzentrum, liebevoll ‚KUFZ‘ genannt, ist nur das Renau-Wandmosaik noch erhalten.

Unser Rieth auf einem Luftbild von 1980

Der Brunnen der Völkerfreundschaft und der ihn umgebende Platz werden neu gestaltet. Auf dem Luftbild von 1980 sieht man diesen Bereich, ebenso die spektakuläre große Treppe zur Schülergaststätte, dem so genannten 1.000-Mann-Saal, in dem die Schüler der umliegenden Schulen mittags versorgt wurden.

Häuser der Tiergartensiedlung um 1935

Ein Polizeibauinspektor ließ die Tiergartensiedlung entstehen

Die Tiergartensiedlung entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie wurde errichtet, um den Arbeitern, die im Erfurter Norden tätig waren, Zugang zu Eigenheimen zu ermöglichen. Die Initiative ergriff 1917 Polizei-Bauinspektor Boegl, der das Projekt einer gemeinnützigen Siedlung im Tiergartengelände entwickelte. Es sollten „gesunde und zweckmäßige” Wohnungen mit Gartenanteil errichtet werden. Boegl gewann für seine Ideen die Unterstützung einiger Unternehmer und schlug vor, eine größere Anzahl von Reihenhäusern zu bauen.

Erfurts S-Bahn

Auf den Fotos aus den 1980er Jahren sind die Gleise der einstigen Erfurter S-Bahn, der Riethschleuder zu sehen, im Hintergrund das Hochhaus der jetzigen Rigaer Straße. Um die Neubaugebiete im Norden unserer Stadt verkehrstechnisch besser an die Innenstadt anschließen zu können, wurde in Ergänzung zu Straßenbahnen und Bussen die einzige S-Bahn-Trasse Erfurts – im Volksmund als ‚Riethschleuder‘ bezeichnet – 1976 gebaut. Die fuhr in den Stoßzeiten unter der Woche, um die Beschäftigten der Betriebe im Norden transportieren zu können. Am Wochenende ruhte der Verkehr. Es wurden die Gleisanlagen der ehemaligen Kleinbahn nach Nottleben genutzt, zudem die Gleise der Bahnverbindung Richtung Nordhausen.

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