So schade: Kaputt, bevor es fertig ist

Auf den vielen Baustellen entlang der Geraaue wird ein umfassendes Erholungs- und Freizeitangebot für uns alle geschaffen. Das ist möglich, weil der Stadtentwicklung im Rahmen der Bundesgartenschau Gelder zur Verfügung stehen, die in diesem Maße sonst wohl nie in unserem Stadtteil hätten verbaut werden können. Die umfangreiche Umgestaltung ist auf der Zielgeraden, in wenigen Wochen fertig.

Was die Bauarbeiten behindert, sind aber bei weitem nicht nur Witterungsverhältnisse, sondern vor allem auch uneinsichtige Bewohner unseres Stadtteils, die die Absperrungen ignorieren. Spaziergänger und Radfahrer, die sich selber in Gefahr bringen, weil sie sich zwischen großen Baumaschinen bewegen, Kinder die bereits Spielgeräte nutzen, die noch gar nicht fertig installiert sind, Skater, die die neue Anlage, die für sie geschaffen wurde, vor der Freigabe und der Fertigstellung benutzen.

Dabei werden Pflasterarbeiten zerstört, Anpflanzungen zertrampelt, Erde, die an den Schuhsohlen haftet, auf die neuen Flächen getragen. Mehr noch: Natursteinstufen der Geraterrassen sind mit Graffiti besprüht, auch etliche der neuen Abfallbehälter. Holzbänke wurden mit Messern bearbeitet oder mit Edding ‚verziert‘.

Die Bauarbeiter haben zur Vermeidung von Unfällen und Schäden die Leute aufgefordert, die Baustellen zu verlassen. Das hatte Pöbeleien und die nächtliche Beschädigung von Baumaschinen zur Folge. Und nicht nur Jugendliche im ‚Pöbelalter‘ reagierten unangemessen, sondern auch Mütter, deren Kinder vor die Baumaschinen liefen, sagten den Bauarbeitern, sie sollten gefälligst aufpassen.

Fakt ist, mehr Geld als jetzt gibt es nicht. Nicht für ausufernde Reparaturen. Wenn wir diese Freizeitanlagen genießen wollen, sollten wir dafür Sorge tragen, dass sie unbeschädigt bleiben. Inzwischen patrouillieren Sicherheitskräfte, um Schlimmeres zu verhindern. Das ist eigentlich blamabel.

Autor: B. Köhler.  Fotos: Stadtverwaltung Erfurt, B. Köhler

Graffiti ist manchmal Kunst, hier nicht.

 

Pflasterarbeiten unter erschwerten Bedingungen. So manches muss von den Handwerkern neu gemacht werden.

 

Die Wippe am neuen Piratennest wurde wieder abgebaut, weil die Kinder sie bereits benutzten und damit das noch nicht fertig verlegte Pflaster und ebenso die Wippe beschädigten.