Mehr Anpflanzungen als je zuvor

Die Wellen schlugen mitunter hoch als im Zuge der Renaturierung des Flusses durch die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) und der Neugestaltung der Geraaue im Rahmen der Bundesgartenschau und der Stadtentwicklungsprojekte Bäume gefällt wurden. Wir haben nachgefragt.

Insbesondere im Bereich der ehemaligen Wehre im Kiliani-Park und Teichmannshof musste eingegriffen werden, um dem Fluss mehr Raum zu geben. Damit wird zum einen Hochwasser besser abgefangen und die Fischwanderung zu den Laichplätzen nicht mehr unterbrochen. Im Bereich der Wehre mussten fast 300 Bäume und rund 30.000 Quadratmeter Gesträuch Platz machen für 500 neue Bäume und eine auentypische Vegetation, die mehr als 2.000 neu angepflanzte Sträucher umfasst. Unerlässlich für den Schutz gegen Hochwasser ist eine die Ufer stützende, typische Vegetation. Die in der Vergangenheit verstärkt an den Geraufern gesetzten Robinien sind nicht typisch und vor allem destabilisieren sie die Ufer, da ihre Wurzeln unterspült werden. Ersatzpflanzungen wurden vorgenommen mit Ahorn, Erlen, Linden, Silberweiden u.a.m.

Im Zuge der Neugestaltung der Geraaue als zusammenhängenden Landschaftspark, der durch die Bundesgartenschau und die Stadtentwicklung getragen wird, mussten 740 Bäume fallen. Davon waren gut zwei Drittel eher dünne, wildgewachsene Hölzer mit einem Stammdurchmesser von 10 bis 20 Zentimetern. Zu diesen Gehölzen zählen beispielsweise Holunder oder der Eschen-Ahorn, die zu DDR-Zeiten aufgrund ihres schnellen und flächendeckendes Wuchses gerne gepflanzt wurde, die aber die heimische Vegetation gefährden.

Für den Auenteich fielen Gehölze, ebenso der Wildwuchs im Bereich des ehemaligen Klärwerkes, auch der Gerabrücke Warschauer Straße und für den neuen Spielplatz ‚Piratennest‘, die Wegführung in Verbindung mit dem Brückenneubau an der Straße der Nationen. Im Nordpark ging es hauptsächlich um den jetzt neu geschaffenen barrierefreien Zugang aus Richtung des Klinikums.
Inzwischen wurden viele Bäume gepflanzt. Wir haben bei der Stadt nachgefragt und folgende Bilanz kann gezogen werden:
Neuanpflanzungen: Kilianipark 37, Gelände des ehemaligen Heizkraftwerk 256, am Moskauer Platz 243, am Berliner Platz 240, an der Radrennbahn 58, am ehemaligen Klärwerk 48, im Nordpark 53, am ehemaligen Garnisonslazarett 11 – das sind in Summe 946 Bäume. Dazu kommen im Planbereich zwischen Warschauer Straße und Straße der Nationen zwei Pflückobsthaine mit etwa 30 Obstbäumen und 36 Schwarzpappeln entlang des Gera-Ufers, von denen der Großteil im Kilianipark, am Heizkraftwerk und auf Höhe der Kleingartenanlage ‚Am Ried‘ gepflanzt wird. Insgesamt sind es also 1012 Bäume.

Die genaue Erfassung aller Fällungen und Pflanzungen wird etwas erschwert dadurch, dass in regelmäßigen Baumschauen Bäume auf ihre Gesundheit und Stabilität hin untersucht werden und zur Sicherheit von Fußgängern und allen Verkehrsteilnehmern Fällungen mitunter unvermeidbar sind. Diese Baumfällungen sind nicht in unserer Aufstellung enthalten.
Alles in allem fällt die Pflanz-Bilanz positiv aus. Die jungen, aber eben auch nicht kleinen, neuangepflanzten Bäume brauchen einige Zeit, um entsprechende Kronen auszubilden. Die zahllosen Sträucher und Stauden, die zudem angepflanzt wurden, trugen ebenfalls dazu bei, eine naturnahe Gera und eine attraktive Parklandschaft entstehen zum lassen.

Autor: B. Köhler.  Fotos: B. Köhler