Betagte Affenlady feiert runden Geburtstag

Die Siamang-Affendame mit Namen Schnudi hat gestern ihren 50. Geburtstag feiern können. Damit hat sie ein deutlich höheres Alter als ihre Artgenossen in freier Wildbahn erreicht. In der Wildbahn werden Siamangs zwischen 30 und 35 Jahren.
Wer am Roten Berg wohnt, kennt vielleicht die Rufe der Siamangs aus dem Zoo. Jeden Morgen schallt der laute Ruf der Affen kilometerweit. In freier Natur kommunizieren Siamangs so mit ihren Artgenossen. Charakteristisch für die Siamangs ist dabei der große, aufblähbare Kehlsack.

Am 19. Mai 1974 kam die damals dreijährige Schnudi zusammen mit ihrem Partner Knirps nach Erfurt. Zum ersten Mal Eltern wurden die beiden im Februar 1981, leider verstarb die Tochter bereits wenige Monate später. In den folgenden Jahren brachte Schnudi insgesamt 3 Söhne zur Welt: Soko im Mai 1982, Rokan im August 1987 und im Dezember 1989 Gambi. Es lebten fünf Siamangs im Zoo Erfurt – auf Dauer zu viel und so entschied man sich Soko nach Abudabi abzugeben. 1991 verstarb Partner Knirps und so blieb Schnudi verwitwet mit den beiden Söhnen zurück. Noch sechs Jahre sollten die drei zusammen verbringen, bis Gambi im November 1997 in den Zoo Opale umzog.

Seither leben nur noch Sohn Rokan und Mutter Schnudi zusammen im Thüringer Zoopark Das Gehege der Siamangs steht mitunter in der Kritik. Experten und Pfleger sind sich jedoch einig: Eine Veränderung des Umfelds für ältere Tiere ist nicht von Vorteil. Meist sind sie über Jahre an das Gehege gewöhnt. Ihnen diese Sicherheit zu nehmen, kann zu Problemen führen, erklärt der Zoo.

Schnudi erfreut mit ihrem sonnigen Gemüt die Herzen der Besucher und Pfleger. Die lauten Rufe der Affenlady sind bis heute ein Highlight im Zoo.

Autor: B. Köhler. Fotos: Thüringer Zoopark Erfurt