Alte Dame – Klammeraffe Inka ist 30

Der Braune Klammeraffe Inka im Erfurter Zoo wurde am Sonntag stolze 30 Jahre alt. Inka wurde am 24. Januar 1991 im Zoopark geboren. In freier Natur liegt die Lebenserwartung bei lediglich 20 Jahren.

Die Geschichte von Inka ist eine besondere. Denn vor 30 Jahren hat Tierpflegerin Karola Walter das Jungtier mit der Flasche aufgezogen, da eine natürliche Aufzucht leider nicht möglich war. Das Muttertier Monique war in der Aufzucht unerfahren und hat den Nachwuchs nach der Geburt nicht angenommen. Bei Klammeraffen beteiligen sich die Vatertiere nicht an der Aufzucht, sie tragen die Jungtiere auch nicht.

So wurde die Tierpflegerin zur Ersatzmama und versorgte das kleine Tier fortan mit Geborgenheit und Nahrung. „Alle zwei Stunden habe ich "Inka" anfangs die Flasche gegeben“ erinnert sich Karola Walter. Das verbindet und bis heute ist die enge Vertrautheit geblieben.

Nach der Handaufzucht wurde Inka 1992 langsam in die Klammeraffen-Gruppe eingeführt. Erst mit Sicht-, später mit Berührungskontakt. Heute, knapp 30 Jahre später, ist Inka das älteste Gruppenmitglied und mit ihrem zurückhaltendem Charakter ein Ruhepol für ihre Artgenossen.

Im Zoo leben die Braunen Klammeraffen neben den Brillenlanguren im Affendschungel. Der Affendschungel wurde 2003 eröffnet und vom Berufsverband der Zootierpfleger mit einem Preis für die hervorragende Tieranlage ausgezeichnet.

Braune Klammeraffen sind wie alle Klammeraffen schlank gebaute Primaten. Die Gliedmaßen sind lang, die Daumen rückgebildet. Der sehr lange Schwanz ist als Greifschwanz ausgebildet und kann bis zu 90 Zentimeter lang werden. Braune Klammeraffen leben im nordwestlichen Südamerika. Ihr Lebensraum sind tropische Wälder. Deren Zerstörung, Bergbau und die Jagd nach Affenfleisch sind Gründe, warum die Art als stark gefährdet eingestuft ist.

Autor: B. Köhler  Fotos: Thüringer Zoopark Erfurt