Testversuch: Mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer

In der Talstraße im Bereich zwischen Nordstraße und Nettelbeckufer wird der Verkehr neu geregelt. Das soll dafür sorgen, das Fußgänger und Radfahrer mehr Raum und Sicherheit erhalten. So ist die Situation bisher: Der Autoverkehr in der Talstraße wird zwischen Nordstraße und Nettelbeckufer auf zwei Fahrstreifen in Richtung Bergstraße geführt. Parkende Fahrzeuge dürfen auf dem Gehweg stehen.

Die Folge sind fehlende Sicherheitsbereiche und zu enge Verkehrsflächen für Fußgänger- und Radverkehr. Hier soll die neue Verkehrsorganisation Abhilfe schaffen. Sie reduziert die Flächen für Kraftfahrzeuge von zwei Fahrstreifen auf einen überbreiten Fahrstreifen. In diesem können Pkw noch immer nebeneinander fahren, das Überholen von Lkw ist allerdings nicht mehr möglich. Parkende Fahrzeuge dürfen zukünftig nur noch zur Hälfte auf dem Gehweg stehen. In Erfurt wurden derartige Lösungen bisher noch nicht angewendet, sodass die Erfahrungen mit dieser Art der Verkehrsführung fehlen, deshalb wird jetzt dieser Test durchgeführt. Er wird durch die Bauhaus-Universität Weimar wissenschaftlich begleitet. Sie führt eine Vorher-Nachher-Untersuchung durch, die die konkreten Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen begutachtet. Von besonderem Interesse sind Fragestellungen zur Verkehrssicherheit, dem Verkehrsablauf und der Akzeptanz dieser Lösung.

Die neue Verkehrsregelung ist zunächst für die Dauer von sechs Monaten angelegt. In den vergangenen Wochen wurde bereits der aktuelle Verkehrsablauf dokumentiert. Jetzt folgen weitere Untersuchungen im Hinblick auf Interaktionen zwischen Rad- und Kfz-Verkehr. Hierbei werden auch Abstände und Geschwindigkeiten beispielsweise bei Überholvorgängen ausgewertet. Parallel wird das Unfallgeschehen permanent beobachtet, um Verkehrssicherheitsrisiken sofort zu erkennen.

Es ist vorgesehen, dass die Verkehrsorganisation mittels gelber Fahrbahnmarkierung hergestellt wird. Zusätzliche Verkehrszeichen und Hinweistafeln weisen die Verkehrsteilnehmer auf die neue Regelung hin. Vom 5. bis 9. Oktober stellt das Tiefbau- und Verkehrsamt die dafür notwendigen Verkehrsschilder auf und nimmt die Fahrbahnmarkierungen vor.  

Autor: B. Köhler. Fotos: S. Forberg