Funktional, barrierefrei und ästhetisch – das Sportgebäude in der Essener Straße

Noch fehlen das kleine Lagergebäude für die Sportgeräte, die Außentreppe als zweiter Fluchtweg, der Belag auf der Innentreppe und einige Fußbodenbeläge. Dennoch ist bereits erkennbar, wie sich das Sportplatzgebäude in Kürze präsentieren wird: In einer gelungenen Einheit aus Funktionalität, Barrierefreiheit und Ästhetik. Der ursprüngliche Charakter der Gebäudearchitektur wurde erhalten, zeitgemäße Elemente entfalten ihre Wirkung. Der augenfällige bauliche Verfall des Gebäudes hatte seinen architektonisch interessanten Charakter überlagert. Jetzt tritt er auf beste Weise wieder zutage.

Besonders auffällig damals wie heute die als Lichtbänder angelegten Fenster, die die horizontale Linienführung unterstreichen. Anthrazitfarben heben sie sich von der cremeweißen und an dem auskragenden Gebäudeteil grauen Fassade ab bzw. integrieren sich. Das so entstehende gleichermaßen zurückhaltende wie interessante Wechselspiel gibt dem Gebäude einen eleganten Akzent.

An der Rückfront sorgt inzwischen ein 3,20 Meter breites und 7,90 Meter hohes, tonnenschweres Glaselement für ein lichtdurchflutetes Treppenhaus. Von hier aus verteilen sich über Flure die Zugänge zu den einzelnen Sport- und Sanitärräumen auf insgesamt drei Etagen. Judoka, Kraftsportler, Tischtennisspieler, Leichtathleten, Schachspieler, Anhänger von Gymnastik, Aikido, American Football und Rugby und finden hier Räume vor, die die Spezifika der jeweiligen Sportarten berücksichtigen. Hinzu kommen technisch anspruchsvolle Ausstattung wie eine gut durchdachte Entlüftung.

Falldämpfende Platten für die Kraftsportler, leicht zu reinigende, natürliche Bodenbeläge aus Linoleum, an den Kanten gerundete Fliesen in den Duschen, damit stehendes Wasser nicht die Fugen angreift, teilweise Prallwände aus Holz – dem Gebäude merkt man an, dass bei dem Architekturbüro Bergmann & Heym aus Erfurt im Zusammenspiel mit dem Erfurter Sportbetrieb als Bauherr, Menschen am Werk waren, die nicht nur etwas von Architektur und Bauausführung, sondern auch von den Sportarten verstehen, die späterhin hier ausgeübt werden sollen.

In diesem Herbst noch soll der Bau abgeschlossen werden, ist Kai Martin, Verantwortlicher für Baumaßnahmen an Sportanlagen des Erfurter Sportbetriebes, zuversichtlich. Rund 3,8 Millionen Euro beträgt die Investition, den Löwenanteil von 2,7 Millionen Euro trägt der Bund, 1,1 Millionen Euro die Stadt.

Autor: B. Köhler.  Fotos: S. Forberg

 

Kai Martin, Verantwortlicher für Baumaßnahmen an Sportanlagen des Erfurter Sportbetriebes