Bis heute unerreicht

Es war orange. Es war – nach heutiger Ausdrucksweise – eine ‚eierlegende Wollmilchsau‘. Kurzum, es konnte so ziemlich alles. Alles, was nötig war um in der Küche zügig zu arbeiten: kneten, rühren, mixen, pürieren, Eischnee oder Sahne schlagen, Kartoffeln für Puffer reiben, Rohkost raspeln, Gemüse schneiden, Kaffee mahlen. Und es kam aus Suhl – das einzige Universalküchengerät der DDR, RG 28 von AKA Elektrik.

Das Erstaunliche daran: Noch heute gibt es keinen vergleichbaren Alleskönner, sieht man einmal von Küchenmaschinen ab, die aber in der Montage und im Platzbedarf wesentlich aufwändiger sind. Mehr als 25 Jahre hat das RG 28, unser Hochzeitsgeschenk, uns gute Dienste geleistet. Robust war es bis es irgendwann, lange nach der Wende seinen Geist aufgab und keine Reparatur wegen fehlender Ersatzteile möglich war. Meine Suche nach einem adäquaten Ersatz blieb erfolglos. Fragte ich Verkäuferinnen im Elektrofachhandel, wussten sie immer sofort Bescheid und verneinten die Existenz eines solchen Universalgerätes mit dieser unglaubliche schnellen und einfachen Bedienbarkeit.

Jetzt füllen meine Küchenschränke zwei verschiedene Rührgeräte, die – der Name sagt es – rühren, kneten und pürieren. Desweiteren eine Küchenmaschine, die zwar fast alles kann, aber umständlich aufzubauen und zu reinigen ist und außerdem mehrere Fächer im Schrank blockiert, diverse Gemüsehobel, Spiralschneider und und und.

Als ich nach einem alten Rezept suchte, fand ich die Gebrauchsanleitung des RG 28 – hier einige Bilder. Ein bisschen (N)ostalgie darf ab und an sein.

Autor: B. Köhler Fotos: B. Köhler