Schauwasserkraftwerk wird Ökostrom im Erfurter Norden erzeugen

Der Bau des kleinen Wasserkraftwerkes an der Straße der Nationen schreitet voran. Am 14. November erhielt es seine Turbine.
Das Wasser aus den Talsperren Schmalwasser und Tambach-Dietharz wird, weil der Bedarf an Trinkwasser sich seit 1990 nahezu halbiert hat, nicht mehr für die Trinkwasserversorgung benötigt. Die Kapazität von 21 Millionen Kubikmeter Wasser soll jedoch nicht ungenutzt bleiben. Über ein bestehendes Leitungssystem wird künftig das Wasser nach Erfurt geleitet und im künftigen Kraftwerk in Ökostrom verwandelt. Zusammen mit einer in Gotha entstehenden Wasserkraftanlage werden rund acht Millionen Kilowattstunden erzeugt. Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf von 4.000 Haushalten. Mehr als 5.000 Tonnen CO2 pro Jahr werden so vermieden.

Aber nicht nur zur Stromerzeugung soll das Wasser aus dem Thüringer Wald künftig genutzt werden. Auch der unmittelbar daneben entstehende große Teich am Jugendhaus „Renne“ wird mit dem Wasser versorgt.

‚Westringkaskade‘ nennen die Verantwortlichen das Projekt, denn das Talsperrenwasser fließt in zwei Höhenstufen (Kaskaden) bis nach Erfurt. Rund 290 Höhenmeter überwindet es auf seinem 45 Kilometer langen Weg bis in unsere Stadt. Die Röhren, in denen der Marbach floss und in einem kleinen Bereich noch unterirdisch fließt, werden genutzt, um eine neue Brauchwasserleitung zu einzuziehen. Das neu zu errichtende Wasserkraftwerk wird große Fenster haben, durch die man die technischen Anlagen beobachten kann.

Autor: B. Köhler    Fotos: S. Forberg