Anwohner der Baustelle Karlstraße werden schrittweise entlastet
Baustellenende in Sicht

Fast drei Jahre währt die Baustelle in der Karlstraße. Bald soll sie abgeschlossen sein. Dann sind verschiedene Bauwerke entstanden bzw. saniert worden. Bereits 2017 startete das Projekt, bei dem nach entsprechenden vorbereitenden Maßnahmen zunächst auf 38 Metern Länge, 40 Metern Breite und sechs Metern Tiefe rund 10.000 Kubikmeter Erde für ein sog. Regenüberlaufbecken RÜB) ausgehoben worden waren. Das geschah auf dem Schulhof der Gemeinschaftsschule am Nordpark, der das technische Bauwerk jetzt wieder bedeckt. 2.600 Kubikmeter Schmutz- und Regenwasser beträgt das Fassungsvermögen des neuen Beckens. Im Falle von Starkregen wird das Wasser mechanisch vorgereinigt. Eine direkte Einleitung von Schmutzwasser in die Gera wie bisher wird es dann nicht mehr geben.

Jetzt, wo das Bauende in greifbare Nähe zu rücken scheint, werden auch für die Anwohner schrittweise erste Entlastungen eintreten. Anfang November wird der erste Gehweg bis zur Adalbertstraße freigegeben. Hier ist der Straßenbau weitestgehend abgeschlossen, sodass auch die Kreuzung Adalbertstraße/Karlstraße für alle Verkehrsteilnehmer wieder geöffnet wird. Endgültig aufatmen können die Bewohner des Baustellenbereichs – baufreundliche Wetterverhältnisse vorausgesetzt – Ende März 2020. Dann ist geplant, die Kreuzung Nettelbeckufer/Karlstraße für den fahrenden und ruhenden Verkehr wieder freizugeben.

Als komplexes Bauwerk kommt das Regenüberlaufbecken nicht allein: Zwei Trennbauwerke, ein Dükerbauwerk in der Gera, Straßen-, Parkplatz- und Brückenbau sowie die anschließende Schulsanierung sorgen für die notwendige Rundumerneuerung. Aktuell werden letzte Ausrüstungsarbeiten am RÜB durchgeführt, bevor Ende des Jahres die Inbetriebnahme erfolgt.

Dass der Bagger im Wasser steht und von dort aus arbeitet, hängt mit dem Bau des Dükers zusammen. Ein Düker ist eine Druckleitung zur Unterquerung. Die auf dem Bild zu sehenden Stahlrohre sind Teile einer Heberanlage, d.h. das ankommende Mischwasser im Hauptsammler 1 (Bauanfang) wird durch die  seitlich liegenden Rohre über die Baustelle (Einleit- und Trennbauwerk) gehoben und am Bauende wieder in die Vorflut des Hauptsammlers (HS) 1 eingeleitet. Durch diese Maßnahme kann man das vorhandene Kanalnetz zwischen Einlauf und Auslauf der Heberleitung ‚trockenlegen‘ und so alte Bauwerke und Verbindungskanäle durch neue Bauwerke und Rohrleitungen ersetzen. Nach Fertigstellung der Bauwerke und Inbetriebnahme der Abwasserkanäle wird die Heberanlage einschl. Heberleitung wieder demontiert und von der Baustelle abtransportiert. Es ist also nur ein zeitlich begrenzter Ersatz für die Ableitung des Mischwasser während der Bauausführung für die Dauer von ca. 4 bis 6 Wochen.

Autor: B. Köhler   Fotos: S. Forberg