Mehr Sonne, weniger Wasser – Zahlen und Fakten

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) betreibt eine Station am Erfurter Flughafen. Unzählige Einzeldaten werden u.a. hier erhoben, die dann in ihrer Gesamtheit ausgewertet werden. Ähnlich wie im außergewöhnlich heißen Sommer des Vorjahres, rollte auch im letzten Julidrittel 2019 eine große Hitzewelle heran: Drei Tage in Folge 40 Grad, dabei 25 Mal Höchstwerte von 40 Grad und mehr. Besonders im Westen brachen reihenweise die bisherigen Rekorde. Mit 42,6 °C wurde dabei in Lingen im Emsland der alte deutsche Spitzenwert um mehr als 2 Grad übertroffen. Dies meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Mit 18,9 Grad Celsius lag im Juli der Temperaturdurchschnitt um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 0,9 Grad. Von 1881 bis 2018 wurden in Deutschland insgesamt 10 Mal 40 Grad erreicht oder überschritten, in diesem Juli allein 25 Mal in nur drei Tagen!

Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter fehlten dem Juli 31 Prozent zu seinem Soll von 78 l/m². In zahlreichen Orten, verteilt in ganz Deutschland, fiel lediglich ein Viertel oder gar Fünftel des Solls. Angesichts der gnadenlosen Hitze, die dabei zum Monatsende herrschte und dem immer noch vorhandenen großen Niederschlagsdefizit aus dem Vorjahr nahm die Dürre in vielen Gebieten katastrophale Ausmaße an.

Der Deutsche Wetterdienst ermittelte für Thüringen die folgenden Werte, in Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode):  Durchschnittliche Temperatur: 18,7 °C (16,4 °C), Niederschlag rund 45 l/m² (63 l/m²) und etwa 225 Sonnenstunden (205 Stunden).

Autor: B. Köhler    Foto: S. Forberg