Der Marbach wird wieder zutage befördert

Dass der Name ‚Marbach‘ nicht nur einen Ortsteil, sondern auch einen Bach bezeichnet, ist für lange Zeit vielen nicht präsent gewesen. Kein Wunder, denn auch der Marbach selbst war nicht präsent. Das kleine Gewässer war, zumindest teilweise, in Betonröhren gezwängt unter die Erde verbracht worden, um Straßen und Schienentrassen nicht im Weg zu sein.

In Kürze darf der Bach wieder im Tageslicht und in sanft geschwungenem Fluss- bzw. Bachbett durch den Erfurter Norden mäandrieren. Entlang der Straße der Nationen, dort, wo einst die ‚Riethschleuder‘ zu Stoßzeiten die Beschäftigten in die großen Betriebe des Erfurter Nordens brachte, lagen seit Jahrzehnten verwaist noch ihre Gleise. Rechts und links der Gleisanlagen mitsamt den Bahnsteigen wucherte Gesträuch. Das ist bereits entfernt und das neue Bachbett auf einer Länge von ca. 1.300 Metern zwischen acht und 20 Metern breit ausgebaggert. Auch soll künftig Oberflächenwasser von angrenzenden Straßen – also Regenwasser, das nicht versickern kann – in den Bach geleitet werden. Damit dürfte aus dem eigentlich eher kleinen Bach ein ansehnliches Gewässer werden.

An den Ufern werden zusätzlich Weiden und Erlen gepflanzt und Wiesen angelegt. Bänke sollen Spaziergänger zum Verweilen einladen. Im Spätsommer soll das Projekt abgeschlossen sein. 1,9 Millionen Euro werden investiert.

Autor: B. Köhler Fotos: S. Forberg