Einsatz zum Schutz der Kröten

Viele Wanderrouten von Kröten zu ihren Laichgewässern sind durch Straßen zerschnitten – auch im Erfurter Norden. Kröten und Molche stehen vor unüberwindbaren Hindernissen und werden zu hunderten überfahren. Die sehr gefährdeten und besonders geschützten Tiere benötigen daher Hilfe. Dies gelingt in Erfurt an vielen Stellen durch besondere Amphibienzäune, die das Umwelt- und Naturschutzamt aufbaut und betreut. An einigen Stellen tragen auch Freiwillige die aufgefangenen Tiere über die Straße und zu ihren Gewässern.

In der Bodenfeldallee können die Kröten bereits durch vorhandene Tunnel die Straße queren und damit ihre Laichplätze erreichen. Autofahrer werden gebeten, in den betroffenen Gebieten entsprechend vorsichtig und langsam zu fahren, um die nach Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung besonders geschützten Kröten und Krötenpaare, welche „im Liebesrausch“ noch schnell die vorhandenen Straßen nutzen, zu retten. Aufgestellte Schilder weisen auf die Krötenwanderung hin.

Die Stadt Erfurt betreut jedes Jahr insgesamt über 2,5 Kilometer Amphibienschutzzäune. Davon werden etwa 1.000 Meter im Frühjahr auf- und wieder abgebaut. Je nach Wetterlage müssen die Eimer an den mobilen Zaunanlagen (etwa 700 m) über 3-4 Wochen lang jeden Tag zweimal kontrolliert werden.
In diesem Jahr kamen etwa 500 laufende Meter neu dazu. Die Kosten dafür betrugen 3.100 Euro. Davon wurden 2.250 Euro vom Land mit Naturschutzmitteln gefördert. Die Stadt hofft, dass die Zäune möglichst lange halten und nicht – wie im letzten Jahr geschehen – durch Vandalismus zerstört werden.

Autor: B. Köhler