Betrunkene Igel im Zoo therapiert

Die beiden betrunkenen Igel, die am Sonntag von der Polizei Erfurt auf dem Petersberg gefunden und zum Zoopark Erfurt gebracht wurden, sind auf dem Weg der Besserung. Beide wurden als Intensivpatienten aufgenommen, da sie durch den Konsum von Eierlikör aus einer aufgebrochenen Flasche schwer erkrankt waren.

In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde werden sie nach der erfolgreichen Behandlung auf dem Gelände des Thüringer Zooparks Erfurt ausgewildert. Bis dahin ist es für beide ein langer Weg, bei Wasser und mit viel, viel Schlaf. Generell nimmt der Zoopark keine Igel auf, auch nicht zur Überwinterung, aber in diesem außergewöhnlichen Notfall halfen die Zooparkmitarbeiter natürlich gern.

Die Lache Eierlikör war ihnen zum Verhängnis geworden, da Igel neben Insekten, Spinnen und Schlangen auch Vogeleier fressen. Und Eigelb ist eine Delikatesse – in diesem Fall mit schwerwiegenden Folgen. Beide Tiere wurden zum Ausnüchtern an einem ruhigen Ort, fernab vom Besucherbetrieb, grellem Licht und Erschütterungen untergebracht. Dort durften sie bei viel frischer Luft ihren Rausch in Ruhe ausschlafen.

Ein Igel konnte sich am Montagmorgen bereits wieder bewegen und seine vier Beine halbwegs koordinieren, der zweite lag noch im Koma und wurde von der Zootierärztin Risch mit aufbauenden Infusionen versorgt. Auch am Dienstag war der Igel noch nicht in der Lage, selbst zu trinken und wurde entsprechend weiter versorgt, noch ist er nicht über den Berg. Wir drücken die Daumen, dass er es schafft.

Autor: B. Köhler   Foto: Thüringer Zoopark Erfurt

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