Idyll im Erfurter Norden – wir gehen spazieren

Viele der Wege durch heimatliche Gefilde scheinen uns längst bekannt. Und doch gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Auf unserer Tour entlang der Schmalen Gera fanden wir ein Idyll. 

Wir überqueren die Schlüterstraße. Erstaunlich, wie idyllisch sich wenige Meter von den großen Verkehrsadern entfernt die Stadt präsentiert. Von Höfen, Balkonen und kleinen Gärten hat man Blick auf den Fluss mit seiner üppigen Ufervegetation: Große, Schatten spendende Bäume, Zweige, die die Wasseroberfläche berühren, Entenfamilien. Der Radweg, gleichzeitig Lutherweg, ist bestens ausgebaut. Bänke laden zum Verweilen ein. Und der Weg wird rege genutzt: von Spaziergängern wie uns, die ihre Hunde ausführen, von Joggern, Radfahrern, Müttern mit Kinderwagen. Was auffällt: Es geht hier sehr ruhig und entspannt zu, gegenseitige Rücksichtnahme und viele freundliche Grüße und Worte werden hier gewechselt. Die Radfahrer achten auf die Spaziergänger, Hundebesitzer sammeln pflichtschuldigst die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Lieblinge ein, die Jogger umrunden geduldig Kinderwagen und andere Hindernisse.

Wir unterqueren die Talstraße. Auf ihr stauen sich die Fahrzeuge, neben uns rauscht das Wasser einige Meter in die Tiefe am Wehr. Nach wenigen Metern herrscht wieder Ruhe und wir tauchen erneut ein in die besondere Atmosphäre dieses Weges. Vorbei geht es an sanierten Altbauten, neu errichteten Gebäuden, interessanten, restaurierten Fassaden. Wir befinden uns inzwischen an der Rückfront der Adalbertstraße und vom Nettelbeckufer trennt uns nur der Fluss.

Die Karlsbrücke, die wir inzwischen erreicht haben, wird saniert. (Infos hier.) Der direkte Weg zum Nordpark bleibt uns an dieser Stelle verwehrt. Baustelle. Die Karlstraße ist für rund zwei Jahre eine Großbaustelle. Ein Regenüberlaufbecken wurde bereits errichtet und die Karlsbrücke wird grundhaft saniert.

Auf der anderen Seite des Ufers beschirmen uns gleich wieder große Bäume. Das Nettelbeckufer zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Gemeinschaftsschule am Nordpark lassen wir rechts liegen, wir haben durchaus die Verzierungen an der Fassade bemerkt, und folgen weiter dem Flusslauf. Im Übrigen hat sich hier die Schmale Gera längst mit den Flutgraben vereint.

Wir stehen relativ unvermittelt dort an der Wildwasserstrecke nahe der Pappelstiegbrücke und gleich im Anschluss auf dem gerade erst fertig gestellten, einzigartigen Spielplatz der Generationen mit seiner überdimensionalen Sonnenuhr.

Auch unterhalb der Pappelstiegbrücke wird gebaut. Die Uferlandschaft wird so gestaltet, dass man hier künftig überall schön sitzen, picknicken, spielen oder auch die Füße im Fluss baden kann. Wir überqueren die Pappelstiegbrücke und laufen erfreut und erstaunt ob der vielen neuen Entdeckungen durch den Nordpark zurück – durch diesen herrlichen, größten städtischen Park Erfurts.

Autor: B. Köhler  Fotos: S. Forberg

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