v.l.: Ramona Hentschel-Stange, Kontaktbereichsbeamter Michael Kalausch und Britta Richter

Alle, die wollen, bekommen etwas
Menschlichkeit e.V. hilft Bedürftigen uneigennützig

Reges Treiben herrscht in den engen Räumen von Menschlichkeit e.V. Fleißige Hände sortieren und entpacken Obst und Gemüse und bereiten es vor für diejenigen, die von 13 bis 15 Uhr für ein sehr geringes Entgelt hier einkaufen können.

Wir sind mit Britta Richter und Ramona Hentschel-Stange, die den Verein leiten und dem Kontaktbereichsbeamten Michael Kalausch in der Prager Straße 10 verabredet. Den Polizeibeamten verbindet eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Verein, der sich Bedürftiger annimmt. Denn in Deutschland gibt es nicht wenige, die am Rande der Gesellschaft stehen und Hilfe brauchen. Wenn sie bereit sind, diese anzunehmen, dann finden sie Unterstützung bei Menschlichkeit e.V. Wer bedürftig ist, ist klar definiert. Aber Menschlichkeit e.V. macht keine Ausnahme. „Alle, die wollen, bekommen etwas.“, erklärt Britta Richter. Unter den Bedürftigen sind auch arbeitende Menschen. Manche verdienen so wenig, dass es nicht ausreicht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Das kann überraschend schnell passieren – Geschiedene, Alleinerziehende oder Rentner kommen mitunter kaum über die Runden.

Unterstützung bei ihrer Arbeit erhalten Britta Richter und Ramona Hentschel-Stange von Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld der Berliner Straße und auch von Straffälligen, die soziale Stunden abzuleisten haben. Auch hierbei unterstützt Michael Kalausch und schaut, ob alles reibungslos läuft. Es gibt einige, die nach Ableistung ihrer Strafstunden weiter für den Verein arbeiten, manche mehrere Jahre.

2005 haben die beiden Frauen den Verein gegründet und arbeiten seither unentgeltlich ehrenamtlich. Britta Richter, arbeitet als Personenbeförderer für den Malteser Hilfsdienst, Ramona Hentschel-Stange ist bereits Rentnerin.

Zu kämpfen haben sie jeden Tag, berichten sie von den Schwierigkeiten, einen neuen Transporter zu finanzieren oder die – wenn auch günstige – Miete aufzubringen. Die Lebensmittel erhalten sie von den drei in Erfurt ansässigen Kaufland-Märkten. Mit dem Transporter holen sie diese ab, er ist also unentbehrlich. Eine Kleiderkammer und ein Möbellager komplettieren das Angebot des Vereins. Mit der AWO und der Pflegeeinrichtung Nemo verbindet den Verein eine intensive Zusammenarbeit.
Geld- und Sachspenden benötigt der Verein immer. Zu Weihnachten und Ostern werden Päckchen gepackt und am 15. Juli gibts ein Sommerfest. Nicht selten sind die Kollegen von Michael Kalausch auch unter den privaten Spendern.

Warum sie sich für Fremde so stark engagieren, wollten wir von den beiden Frauen wissen. „Wir machen Ehrenamt mit Herz.“, erhalten wir zur Antwort. Michael Kalausch umschreibt es so: „Wenn Menschlichkeit e.V. hier stirbt, stirbt ein Stück Stadt. Bewundernswert, was hier geleistet wird.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Autor: B. Köhler   Fotos: S. Forberg

Der neue Transporter zum Abholen der Spenden

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